Marktüberblick Betriebsdatenerfassung

Hanna Theuer

Unternehmen brauchen Informationen – sie sind essentiell. Nur wer verlässliche Daten über den Ist-Zustand seiner Prozesse hat, ist in der Lage diese Prozesse zeitnah zu steuern. Die Betriebsdatenerfassung bietet eine Möglichkeit, um die entsprechenden Werte aufzunehmen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Unternehmen müssen Abweichungen adäquat begegnen, das heißt: sie beheben und noch besser – vermeiden.

Das Forschungs- und Anwendungszentrum Industrie 4.0 führte eine Umfrage unter Anbietern von Betriebssoftwarelösungen aus dem deutschsprachigem Raum durch. Ziel war die Gegenüberstellung unterschiedlicher Hard- und Softwarelösungen mit ihren Funktionen, Systemausprägungen und Spezifikationen. Es sind Antworten zu 21 Lösungen eingegangen. 


Software

Gerade im Zusammenhang mit dem Thema Big Data ist die Erfassung von Prozess- und Zustandsdaten in produzierenden Unternehmen eine wichtige Aufgabe. Es wird unter anderem die Möglichkeit geschaffen, Abweichungen von Soll und Ist zu erkennen. Darauf basierend können automatische Warnungen generiert und somit ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglicht werden. Zudem wird die Transparenz der Prozesse gesteigert.

In Produktionsbetrieben sind beispielsweise Informationen über Mengen, Zeiten und Qualität relevant. Während früher die benötigten Daten manuell mittels Strichlisten auf Papier erhoben wurden, stehen heute moderne elektronische Hilfsmittel zur Verfügung. Die werden unter dem Begriff „Betriebsdatenerfassung“ (BDE) zusammengefasst. BDE-Terminals sind direkt an die Maschinen angeschlossen und bieten Werkern häufig die Möglichkeit, direkt vor Ort über ein Benutzerinterface zusätzliche Daten einzugeben und sich Auswertungen anzeigen zu lassen.

Um ein möglichst umfassendes Bild über die vorhandenen Prozesse zu schaffen, ist es notwendig, Daten aus verschiedenen Bereichen zu erfassen und integrativ – das heißt bereichsübergreifend – auszuwerten. Durch die konsolidierte Darstellung der erhobenen Werte, können zielgerichtete Prozesskennwerte berechnet werden. Mögliche Kennwerte sind Prozess-, Zyklus- und Rüstzeiten, Work In Process (WIP) und die Overall Equipment Effectiveness (OEE). Darauf basierend können u. a. Eingriffs- und Toleranzgrenzen überwacht werden. 


Terminals 

In Produktionsbetrieben sind BDE-Terminals unterschiedlichen Umgebungsbedingungen ausgesetzt – wie beispielsweise Temperatur, Feuchte oder Schmutz. Um langfristig eine Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, werden konstruktiv bestimmte Vorkehrungen geschaffen. Schutzart und -klasse definieren hier die entsprechenden Eigenschaften an die Hardware. Ebenfalls relevant für die Auswahl einer Lösung ist die Bedienung des Gerätes. Gängige Formen sind Touchscreen, Maus, PC-Tastatur oder Folientasten. BDE-Terminals können verschiedene Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören manuelle und automatische Meldungen, Erfassung von Vorgangsstart und -ende, Rückmeldung von Mengen und Leistungen und die Erfassung von Störungen, Auftragsfortschritt und Maschinenstatus.


Trends

Neben Fragen zu den eigenen Hard- und Softwarelösungen wurden die Unternehmen gebeten, Trends im Bereich der Betriebsdatenerfassung zu nennen. Dabei wurden zwei wesentliche Punkte identifiziert: Mobilität und Konnektivität. Dabei soll zunehmend die Verwendung mobiler Endgeräte zur Eingabe der Daten sowie zur Ergebnisdarstellung ermöglicht werden. Dazu gehören insbesondere Tablets und Smartphones. AR-Brillen schaffen die Voraussetzung zusätzliche Daten und Anweisungen einblenden zu lassen, ohne den gewohnten Ablauf des Mitarbeiters zu stören. Dabei existieren auch schon Lösungen, die über eine Sprachsteuerung Daten aufnehmen können. Bei der Konnektivität wurde insbesondere die Cloud-Anbindung genannt. Diese fördert demnach die Anbindung an Module, die von Drittanbietern stammen. Hier nimmt auch OPC UA als ein möglicher Standard der Zukunft einen hohen Stellenwert ein. 

 

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Schlüsselwörter:

Marktüberblick, Betriebsdatenerfassung, BDE, Terminals, Hardware, Software